Mittwoch, 4. April 2018

MMM Kleid Raven und Mantel Onion

 
 Ein eiliger Post am Abend des MeMadeMittwoch: Bevor es richtig Frühling wird, möchte ich noch zeigen, was ich am Sonntag zur Taufe meines Großneffen anhatte. Das wohlbekannte Kleid Raven aus der Maison Victor, schon letztes Jahr genäht aus einem Viskosewebstoff. Am Schnitt habe ich nichts geändert.
Ein toller Schnitt, den ich vielleicht nochmal nähe, vielleicht als Sommerkleid .


Darüber hatte ich den gerade fertiggewordenen Mantel Onion 1051 an, der mich unglaublich Nerven gekostet hat. Zuerst musste ich an den Ärmeln und Armausschnitt sehr viel ändern, dann war der dicke weiche Wollbouclé viel umständlicher zu verarbeiten als ich erwartet hatte. Mir ist es deshalb nicht gelungen, aufgesetzte Taschen ohne Beulen aufzunähen. Die einfache Lösung waren dann Nahttaschen. Außerdem muss ich beim Zuschneiden des Futters  falsch gemessen haben, da es kürzer und enger war als es sein sollte. Jetzt ist das Futter eben innen gepatcht...


Da ich nicht absteppen wollte (oder konnte), war sehr viel Handarbeit erforderlich. Belege und Saum sind innen angeheftet, als Verschluss habe ich einen großen Druckknopf angenäht.


Jetzt finde ich ihn doch ganz gelungen und er trägt sich sehr angenehm.
Beim MMM gibt es heute viel Frühlingshaftes zu sehen, ich werde leider erst morgen Zeit haben, mir alles anzusehen. Danke an die Organisatorinnen.

Donnerstag, 8. März 2018

Herausforderung Fleecepullover



Ende Februar sind wir zu einer recht ungewöhnlichen Reisezeit nach England aufgebrochen, um unsere jüngere Tochter abzuholen, die einen einjährigen Freiwilligendienst in Wolverhampton absolviert hatte. Wir haben die Gelegenheit wahrgenommen und waren acht Tage lang im eiskalten England unterwegs. Im Vorfeld kam ich auf die Idee, mir tatsächlich angesichts der vorhergesagten Temperaturen  ein Hoodie aus Fleece zu nähen. Eigentlich finde ich inzwischen Fleecepullover schrecklich, mein Fleece hat aber ein tolles Batikmuster und stammt noch aus einer Zeit, in der ich mir durchaus vorstellen konnte, den Stoff zu vernähen (mindestens zehn Jahre her). Meine Töchter waren skeptisch, ich auch, aber ich mag auch solche kreativen Herausforderungen: Ein Fleecepullover, der nicht wie ein typischer Fleecepullover aussieht. Zur Zeit gibt es ja sehr viele Sweatshirts, auch von namhaften Designern, die ich mir als Inspiration angesehen habe. Dabei kam ich dann auf die Idee mit der seitlichen Schnürung und dem Ripsband auf den Ärmeln. Die Suche nach dem Ripsband erwies sich wider Erwarten als schwierig, weil ich ganz genaue Farbvorstellungen hatte. Zum Glück habe ich dann bei Dawanda einen Rest Baumwollripsband in den richtigen Farben gefunden. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, auch wenn Fleece weiterhin nicht mein Lieblingstoff ist.

 Der Schnitt ist Betula von Fabelwald, leicht abgewandelt, die Kapuze habe ich von einem anderen Shirt übernommen. Der Rolli untendrunter ist aus Viskosejersey, Schnitt aus der Ottobre Family, Rollkragen etwas breiter als im Schnitt vorgesehen, was meiner Meinung nach unbedingt nötig ist. Der Pullover geht auch jetzt noch relativ schwer über den Kopf.

Ein anderes Kleidungsstück, dass ich sonst nie trage, ist eine Mütze. Ich war so froh, dass ich mir noch auf den letzten Drücker eine Bommelmütze aus dem Reststoff meines Strickkleides (Steph aus La Maison Victor, noch nicht gezeigt) genäht habe. Der Bommel ist auch selbstgemacht aus einem Plüschkreis. Die Mütze sitzt etwas locker, war aber trotzdem sehr nützlich.
Hier noch ein paar Handybilder unserer Reise. Wir hatten  nicht viel Sonne, aber auch kaum Regen und es war eisig. Toll fanden wir's trotzdem.

Liverpool Hafen
York

Yorkshire Cream Tea
Scarborough

Robin Hood's Bay



Whitby


Heute geht es auch mal wieder zu RUMS, wo es heute auch ein paar tolle Beiträge zum internationalen Frauentag gibt.

Samstag, 13. Januar 2018

Axel Skirt, der Zweite


Meine tollste Schnittentdeckung letztes Jahr war der Axel Skirt von Megan Nielsen Patterns. Unkompliziert, bequem und in einfacher Version superschnell zu nähen. Im Sommer hatte ich mir die erste Version aus Jersey genäht (hier schon herbstlich kombiniert gezeigt) und war begeistert. Anfangs war ich skeptisch, da ich dachte, mir würden hochgeschnittene Röcke nicht stehen, aber der Rock macht einfach eine tolle Figur. Der festere Baumwolljersey, den ich beim Treffen der Nähbloggerinnen in Stuttgart erstanden hatte, hat sich als sehr formstabil erwiesen (ein Lob der Beratung im Stoffgeschäft) und so erwies er sich als idealer Urlaubsrock.
Die zweite Version ist aus einem eher festen Wollstrick genäht, deshalb auch der Reißverschluss. Außerdem ist der Rock mit Wirkfutter gedoppelt. Die Naht am Vorderteil ist offenkantig aufgenäht, ebenso wie der Saum. Beim Bund habe ich lange gegrübelt und habe mich dann entschlossen, nur den äußeren Bund offenkantig zu lassen.



 Zu der Rocklänge gefallen mir nur kürzere Jacken (mit meinem kurzen Mantel darüber sehe ich aus wie aus Downton Abbey), deshalb habe ich mir noch eine Plüschjacke genäht. Dazu wird es bald einen extra Blogpost geben.






















Eine dritte Version gibt es auch schon: genäht aus schwarzem Sweatshirtstoff mit hohem Stretchanteil. Der hat eine längere Autofahrt gut überstanden, ohne die Form zu verlieren, ich glaube, er ist sogar fahrradtauglich.

Mittwoch, 3. Januar 2018

MMM - Lieblingsstück 2017


 Lange habe ich hier nichts geschrieben und die nicht gezeigten Teile stapeln sich. Der Grund dafür liegt hauptsächlich darin, dass meine  Hauptfotografin zur Zeit in England ist und ich noch nicht richtig vertraut mit Stativ und Selbstauslöser bin. Der Mann und die ältere Tochter fotografieren zwar gerne im Urlaub oder bei Unternehmungen, aber weniger gern im heimischen Garten. Heute kann ich aber die Gelegenheit nutzen und auf ältere Fotos zurückgreifen, denn das Motto des heutigen MMM ist "Lieblingsstück des Jahres 2017".
Bei mir ist das eindeutig meine Lederjacke, die einfach zu allem gut aussieht. Ich hatte sie hier gezeigt und hier das "Making of" ausführlicher beschrieben.


Für 2018 habe ich mir vorgenommen, wieder regelmäßiger zu bloggen. Euch allen wünsche ich ein tolles Nähjahr und weiterhin viel Spaß mit dem MMM der in Zukunft nur noch einmal im Monat stattfinden wird, was mir sehr entgegenkommt.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

MMM Kyoto-Shirt und Wickelrock

 Den heutigen MMM, bei dem  Elke und  Elke in wunderbaren Jeanskleidern einen Gastauftritt haben, nutze ich nochmal um neu genähte Teile aus meinem Urlaubskoffer zu zeigen. Im August war ich sehr produktiv und bin auch länger geplante Projekte angegangen, wie hier das Kyoto-Tee von Papercut Patterns . Genäht habe ich die Größe XS, aber es ist trotzdem riesig geworden. So in den Bund gesteckt bei Rock oder Hose finde ich es inzwischen ganz gut.

 Den Rock habe ich letztes Jahr schon in weiß genäht, der Schnitt ist aus der Knipmode 10/2013. Statt mit einem Knopf wird diese Version mit einer Öse und einem Band geschlossen. Für den nächsten Wickelrock merke ich mir, dass ich das untenliegende Teil noch breiter zuschneide, vielleicht sogar als komplettes Vorderteil, damit der Rock wirklich wind- und fahrradtauglich wird.

Aufgenommen sind die Bilder in Silves, an der Algarve, die komplette Aufnahme von der  mittleren Ansicht sieht eigentlich so aus:


Donnerstag, 12. Oktober 2017

Abenteuer Lederjacke

























Gestern habe ich angekündigt, dass ich heute einen ausführlichen Post zu meiner Lederjacke schreiben wollte. Ich bin sehr stolz, dass mir die Jacke so gut gelungen ist und möchte euch auch ermuntern, euch mal an so ein Projekt zu wagen. Voilà - es erwartet euch ein Roman mit Bilderflut.
Vor einiger Zeit gab mir meine Tante ihre alte Lederjacke, die sie sich Anfang der Neunziger Jahre gekauft hatte. Die Jacke war nicht sehr teuer gewesen, das Leder war eher steif, an manchen Stellen auch weicher, aber relativ dünn. Trotzdem hatte ich lange Hemmungen, die Jacke anzugehen, weil ich wusste, dass bei Leder jeder Stich sitzen muss.



So sah die ursprüngliche Jacke aus: Gr. 40/42: hoher Bund, angeschnittene Ärmel, Knopfleiste, Pattentaschen, Schalkragen und jede Menge Teilungsnähte. Zunächst habe ich die Jacke an den Hauptnähten aufgetrennt, um eine Vorstellung von den verfügbaren Teilen zu bekommen. Ich hätte gerne eine Bikerjacke mit seitlichem Reißverschluss gehabt, aber so viel Material war nicht da. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Schnittmuster für eine kurze taillierte Lederjacke mit Reißverschluss, aber nicht zu komplizierter Schnittführung. Es gibt einige schöne Schnitte bei Burda und Knipmode, allerdings haben die meisten Lederjacken viele Details und so ganz unerfahren im Leder nähen wollte ich keine Reißverschlusstaschen mit aufwändigen Absteppungen o.ä. nähen. So bin ich bei der Militaryjacke 121 aus der Burda 06/2016 gelandet. Viel gegrübelt habe ich über dem Zuschnitt, weil ich so wenig zusätzliche Nähte wie möglich wollte und wenn schon nicht zu vermeiden, sollten sie an einigermaßen sinnvollen Stellen auftauchen. Kopfzerbrechen haben mir vor allem auch die vorhandenen Taschen bereitet. Gerne hätte ich sie irgendwie einbezogen, aber sie waren zu breit für die seitlichen Vorderteile.
An dieser Stelle hätte ich eigentlich ein Probeteil machen sollen. Ich habe mich recht leichtsinnig eigentlich damit begnügt, die Futterteile zusammenzunähen und anzuprobieren. Ich war  begeistert vom Sitz der Schultern und Ärmel. Es hat sich alles richtig angefühlt und sah auch schon richtig gut  aus.
Und so habe ich mich drangemacht, meine Schnittteile auf den Lederstücken hin- und herzuschieben.
Die Fotos von der Aufteilung sind stark aufgehellt, damit die Teilungsnähte erkennbar sind. Bei manchen Teilen waren sie einfach einzubeziehen, andere Teile musste ich sowieso stückeln. Dabei hat es sich wieder als sehr sinnvoll erwiesen, dass ich die Schnittteile auf Folie gezeichnet hatte, weil ich genau sehen konnte, wo die Nähte unterm Schnittteil verliefen. Leider kann man nicht lesen, welches Teil, wo liegt. Die Rückenteile habe ich jedenfalls aus dem ursprünglichen Vorderteil zugeschnitten, das  mittlere musste ich ansetzten wegen der Knopflöcher. Zum endgültigen Zuschneiden habe ich die Teile dann schon auf die linke Seite gelegt und mit 1cm Nahtzugabe zugeschnitten.

Nicht zu sehen ist der Bund, aus dem ich die Manschetten zugeschnitten habe, der Schalkragen, aus dem der Stehkragen wurde und der Besatz, den ich als Besatz verwenden konnte, wobei ich auch da wegen der Knopflöcher stückeln musste.


 Oben sind nun die zugeschnittenen Teile, unten die wenigen Reststücke. Da das Leder recht stabil ist und kein bisschen elastisch, war es sehr einfach, präzise zuzuschneiden. Die Teile habe ich anschließend gebügelt, was bei meinem Leder sehr gut funktioniert hat, und mit Kreide beschriftet. Als Einlage habe ich, so weit ich mich erinnere, Vlieseline H200 verwendet, die sich problemlos aufbügeln ließ.
Bevor ich dann angefangen habe wirklich zu nähen, habe ich mir noch verschiedene Tipps zur Lederverarbeitung  gesucht. Wichtig fand ich, mit großer Stichlänge zu nähen. Ich habe alle Nähte mit 3,6 mm genäht und eine normale 80er Nadel verwendet. Mein Spezialfüßchen habe ich nicht gebraucht, weil sich das Leder auf der Rückseite auch so problemlos nähen ließ. Zum Absteppen habe ich einen Eckenfuß aus dem Zubehör meiner Maschine verwendet. Mit dem Transportieren hatte ich eigentlich keine Probleme, sonst hätte ich Washi-Tape an die Kanten geklebt.
Fixiert habe ich mit Klammern und jeder Menge Stylefix und dann wirklich langsam und sorgfältig genäht.
 Bei diesem Zwischenstandsbild lässt sich die Schnittführung besser erkennen als auf den Fotos von der fertigen Jacke. Was wie Brustabnäher aussieht, sind einfach Nähte der alten Jacke, die unteren Teilungsnähte waren auch schon da.


 Hinten musste ich an den mittleren Teilen ansetzen, was sehr gut geklappt hat. Die Nähte passen genau auf die Nähte der seitlichen Rückenteile, welche von der alten Jacke stammen.

Ganz gereicht hat es auch nicht bei  einem Vorderteil, wo an einer Seite oben eine kleine Ecke einsetzen musste.
Beim weiteren Zusammensetzen gab es keine Schwierigkeiten, nur beim dem Ansetzen der Manschetten habe ich wieder lange rumgegrübelt. Ich hatte es mir extra so ausgedacht, dass ich den Reißverschluss nur zwischenfassen musste und dann die Manschette einfach annähen konnte. Das war ein Denkfehler, weil der innere  Teil der Manschette am Futter festgenäht werden muss und deshalb der Reißverschluss nicht vorher schon an beiden Teilen festgenäht werden kann. Leider kann ich nicht mehr genau sagen, wie ich das Problem gelöst habe. Letzten Endes habe ich den Reißverschluss zwischen die Manschettenteile geklebt und abgesteppt. Das hat nicht super geklappt, weil der Reißverschluss innen nicht komplett mitgefasst wurde. Auch außen ist es nicht perfekt geworden, aber bei schwarz sieht man das kaum.
 Den Saum habe ich mit Stylefix, so angeklebt, dass ich das Futter gut festnähen konnte. Nächstes Mal würde ich die Bruchkante mit einem Band verstärken, da die untere Kante bei mir ein bisschen wellig geworden ist.
Ganz zum Schluss habe ich die Armausschnitte hinten noch ein bisschen weiter ausgeschnitten, weil ich fand, das die Jacke ein bisschen zu breit war. Es sieht jetzt besser aus, aber wenn ich die Arme nach vorne strecke, geht es gerade noch so.
Hier noch ein paar Bilder zur Innenverarbeitung. Eine kleine Tasche gibt es unten, da habe ich mich ein bisschen in der Höhe vertan - aber wenigstens passt ein Taschentuch rein.

 



Mein Fazit: Ich habe keine Angst mehr vor der Verarbeitung von Leder, aber noch Respekt, denke aber, wenn man einige Dinge beachtet und vor allem sorgfältig und langsam arbeitet, erzielt man sehr gute Ergebnisse. Was ich immer noch nicht wagen würde, ist  teures neues Leder zu vernähen, aber ich habe hier zwei günstig erstandene Ledermäntel liegen, aus denen ich mir Jacken nähen will.
Wer diesen Megapost gelesen hat und noch Fragen stellen möchte, kann dies gerne tun.
Weil heute Donnerstag ist, verlinke ich auch mal zu RUMS, wo es auch immer wieder Spannendes zu entdecken gibt.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

MMM Lederjacke und Axel-Skirt


Den Sommer über habe ich mich eher bei Instagram rumgetrieben, aber im Blog kann man einfach ausführlicher auf die gezeigten Sachen eingehen. Deshalb möchte ich  doch gerne wieder mehr hier schreiben. Der heutige MeMadeMittwoch bietet nun wieder die Gelegenheit Herbstkleider zu präsentieren. Erst seit einer Woche wieder aus dem heißen Portugal zurück, tue ich mich noch schwer, die wärmeren Kleider vom letzten Jahr rauszuholen. Die Jacke und den Rock, die ich heute zeige, habe ich allerdings auch im Urlaub getragen, nur anders kombiniert. Zur Urlaubsgarderobe kommt dann noch ein extra Post.


Sehr stolz bin ich auf die Lederjacke, die ich aus einer alten Lederjacke meiner Tante genäht habe. Als Schnitt habe ich die Militaryjacke 121 aus der Burda 06/2016 ausgesucht und hatte sehr viel Glück, weil sie auf Anhieb gepasst hat. Das Abenteuer Lederjacke werde ich morgen ausführlicher beschreiben, dann kommt auch ein Foto der Originaljacke.


Ein treuer Begleiter im Urlaub war der Axel-Skirt von Megan-Nielsen-Patterns, der mich wirklich begeistert hat. Entdeckt hatte ich ihn bei Frau Bunte Kleider. Nie hätte ich gedacht, dass mir ein Rock mit hohem Bund steht, aber der Rock macht einfach eine tolle Figur sogar bei so wenigen Kurven wie bei mir. Leider haben wir vergessen, ein Foto ohne Jacke zu machen. Untendrunter trage ich das Shirt von hier.
Hier noch die Rückansicht der Jacke: Als einzige Änderung habe ich die Armausschnitte hinten ein bisschen weiter ausgeschnitten.

 Ich gehe jetzt zum MeMadeMittwoch, der wieder eine ganze Menge an Inspirationen bietet und heute von Claudia vom Blog Bunte Kleider in einem sehr coolen Herbstmantel angeführt wird.